Mehr Ordnung! Mehr Bilder! Mehr wert?

Ich habe an sich nichts gegen Chaos. Ich bin sogar in gewisser Weise ein Freund davon (obwohl mein werter Partner und sein Kartonsammelfetisch das sicherlich bestreiten würden). So ein bisschen Chaos ist nämlich oftmals viel interessanter ist als all das brav Sortierte und wohl Geordnete, das schnell langweilig und eintönig wird. Dennoch stelle ich fest, dass ich mir ein bisschen mehr Struktur in meinem Blog wünsche. Zum Einen, damit sich andere vielleicht ein bisschen besser zurechtfinden, zum anderen, damit ich selbst mich besser zurecht finde – vor allem in Sachen Produktion: Ich habe die leise Hoffnung, dass mehr Struktur auch mehr Planung möglich macht und damit eventuell für etwas mehr Gleich- und Regelmäßigkeit sorgt.

Darf ich vorstellen: Meine Kategorien

Durch den Dschungel meiner Gedanken und die gelegentliche Kopfkratzqualität meiner Überschriften soll also demnächst eine vorangestellte Einordnung helfen. Überlegt habe ich mir dabei folgende Kategorien:

Autorenleben

Da ich nun endlich in einem Selbstbild angekommen bin, dass es mir erlaubt, mich offiziell als Autorin und/oder Schriftstellerin zu bezeichnen (apropos; macht ihr einen Unterschied zwischen diesen zwei Begriffen? Wenn ja, welchen und warum?), ist es nur recht und billig, dass ich meine Gedanken zum Schreiben, die Berichte über meine vergangenen und zukünftigen Bücher und alles was sonst noch so im Zusammenhang mit kreativer Kritzelarbeit steht, in einer netten kleinen Kategorie zusammenfasse.

Selbstfindung

Seien wir ehrlich, gut 60% meiner Ergüsse hier drehen sich um irgendeine Erkenntnis die ich über mich, das Leben, das Universum, Pizzastücke oder sonst irgendwelche mehr oder weniger wichtigen Dinge gewonnen zu haben glaube. Insofern ist es angemessen, dass ich dem ganzen einen Namen gebe. So richtig zufrieden bin ich mit selbigem zwar nicht – da schwingt mir zuviel Esoterik und Ernst mit – aber was besseres eingefallen ist mir halt auch nicht. Also muss es das erst einmal tun.

Monatsrückblick

Da ich sie bei anderen gern lese und ja sonst auch nicht groß zum Tagebuch schreiben komme (obschon das in Jugendzeiten meine große Leidenschaft war…) möchte auch ich endlich mal Rückblicke machen. Natürlich bin ich im Herzen schlichtweg ein großer Egozentriker und finde die Idee einfach großartig, noch mehr über MICH zu schreiben, aber das ist trotzdem nicht der einzige Grund für diese Kategorie. Vielmehr möchte ich einem nahezu gegenteiligen Vorhaben endlich angemessenen Raum geben, nämlich dem, mehr von anderen Menschen zu teilen. Also Geschichten, die berühren, Blogs, die begeistern, Beiträge, die klug, witzig, spannend oder interessant sind und allerlei mehr schöne, gute, anregende oder unterhaltsame Dinge.

Entdeckungsreise

Auch das ist jetzt eher neu und ich weiß auch nicht, wie viel ich in dieser Kategorie am Ende tatsächlich niederschreiben werde, aber im Sinne des Miteinander und des Teilens stelle ich mir vor, dass es doch ganz nett wäre, etwas mehr von den schönen Orte, Zielen und Lokalitäten zu berichten, die ich zwischendurch so besuche. Mit in dieses Fach sortiere ich dann auch sonst alles, was mit Reisen und Unterwegssein zu tun hat, denn auch wenn ich mich in nächster Zeit erstmal nicht auf eine halbjährige Abenteuer- Odyssee begebe, fahre ich ja dennoch im alltäglichen Leben durchaus ein wenig hin und her. Zum Beispiel mit der Bahn.

Kramschublade

Kategorien, Labels und Nischen in allen Ehren: Nicht immer passt alles in oder auf dafür vorgesehene Plätze. Und was macht der kluge Schrankbauer da? Baut noch ein Fach für Unvorhergesehenes. Die sogenannte Kramschublade eben. Ihr kennt das: Da schmeißt man von Spielkarten über Schraubenmuttern bis zu Kugelschreiberminen alles rein, wo beim Aufräumen sonst nicht weiß, wohin damit.

Das Ende der Vielfalt?

Man könnte nun meinen, dass all diese bitterernste Ordnung automatisch zu einer gewissen Monotonie führen wird und natürlich lässt sich das nicht ausschließen. Aber ich werde mein Bestes tun um dem entgegen zu wirken. Zum Beispiel möchte ich mehr Fotos einbinden, nicht so sehr, weil sämtliche Google-Ergebnisse zum Thema mir sagen, dass sich das so gehört, sondern weil sonst so viele Bilder in irgendwelchen Ordnern versauern und nie das Licht der Welt erblicken. Und nicht zuletzt auch deshalb weil ich mich selbst motivieren will, wieder mehr zu Fotografieren.

Um nun noch abschließend die Frage der Überschrift zu beantworten: Nein, mehr wert ist das Schaffen hier deshalb nicht. Weil es nämlich ohnehin nicht um Werte geht, also jedenfalls nicht um diese diffusen Mehrwerte von denen alle immer so gerne reden. Viel mehr geht es um Spaß. Und dass der nur entstehen kann, wenn alles spontan und zufällig passiert, das glaube ich nicht. Schließlich filmt man bei Sitcoms auch nicht einfach drauf los, schreibt Komödien nicht wild herunter und plant auch Verabredungen oft vorher ein. Insofern ist es schon okay, das Vergnügen ein bisschen in Form zu bringen. In Stein gemeisselt ist deshalb ja noch lange nichts!

6 Kommentare

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  1. Für deine Selbstfindungskategorie schlage ich die Begriffe „Selbstgebacken“, „Küchenpsychologie“, „Myriaden“ und „42“ vor. Nicht, dass die irgendwas klarer bezeichnen würden. :)

  2. Hallo Myriam,

    deine neue einteilung klingt super, ich muss auch mal wieder aufräumen (:

    Lg

    Laura

  3. Sobald man Sachen ordentlich wegräumt, findet man sie nicht mehr wieder… mir gefallen die Kategorien auch gut, zumal man manche Themen vielleicht bevorzugt und so leichter findet (ich würde zum Beispiel Pizzastücke bevorzugen)

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