Buchmesse! Meet&Greet! Freude! Angst!

Zur Buchmesse in Leipzig gehe ich ja meistens sowieso. Dieses Jahr habe ich aber tatsächlich keine Wahl und zwar aus den besten Gründen: Es wird ein Meet&Greet geben! Mit mir! Schluck! Und zwar am Freitag, dem 16.03.2018 um 16 Uhr am Stand von Aufbau, Halle 5 K 102. Auf der einen Seite bin ich natürlich irre happy – meine erste offizielle Veranstaltung! – auf der anderen Seite falle ich sofort in einen ausgeprägten Angstmodus.

Hilfe, ich bin ein Fake!

Es ist ja so: Egal was man als Kreativer tut und wie viel Erfolg man hat oder nicht hat, es sitzt dir immer die Angst im Nacken, dass du das, was du tust eigentlich gar nicht kannst. Tief drinnen glaubt man, dass man sich eigentlich nur so durchmogelt und das ganz sicher irgendwann einer kommt, anklagend den Finger hebt und ruft: „Du bist ein Fake!“ Wie sooft an dieser Stelle möchte ich auch diesmal wieder auf Amanda Palmers Buch The Art of Asking verweisen, weil sie dieses Gefühl wirklich fantastisch beschreibt.

Gut, dass es noch mehr gibt auf das ich hinweisen kann, nämlich Verena, die auf ihrem Lieblingsleseplatz saß, mein Buch verschlang und die beste erste Rezension geschrieben hat, die man sich als Autor wünschen kann. Ihre tollen Worte beruhigen schonmal. Und klar, es wird wahrscheinlich auch bei der Messe keiner geradeheraus fragen, warum in drei Gottes Namen ausgerechnet eine wie ich da gelandet ist, wo sie gelandet ist. Die Welt neigt dazu, ein wenig höflicher zu sein als das, Gott sei Dank. Aber ich selbst, ich werde mir diese Frage sehr wohl stellen und zwar, so fürchte ich, permanent und pausenlos. Es ist einfach seltsam, wenn man jahrelang von außen reingeguckt hat und plötzlich von drinnen reingucken soll; die Perspektive ist verzerrt und ungewohnt und man weiß noch nicht so richtig wie der Hase im Haus läuft.

Hilfe, ich habe kein Image!

Ich wollte ja auch nie eines. Aber jetzt gerade denke ich, wie schön es doch wäre, könnte ich mich in einem echten Aufeinandertreffen einfach hinter einer Persona verstecken. Ich wäre die coole, schlagfertige Vielreisende die immer überall eine Sonnenbrille auf dem Kopf trägt oder das schüchterne Mauerblümchen, das zwar leise spricht, aber auf alles eine Antwort hat. Oder die mit dem Piratentick und der Augenklappe? Hipster-Braut auf Landfrau gemacht? Die Möglichkeiten sind endlos und ermüdend, aber ich verstehe das erste Mal, warum Menschen in der Öffentlichkeit, und sei sie noch so klein, sorgfältig feilen und filtern, bis sie genau die Person sind, die sie nach Außen sein wollen.

Ich dagegen bin einfach nur ich. Mal zurückhaltend, mal aufgedreht, in der Regel ohne Augenklappe, hin und wieder mal mit grauen Haaren und Schmierrand von der Wimperntusche und definitiv ohne prägnanten Kleidungsstil. Antworten habe ich nur selten und meistens sind sie nicht halb so witzig wie ich es mir wünschen würde.  Ich gerate ins Stocken, ich sage manchmal unpassende Dinge und ich kann der Welt auch nicht die Optik von Scarlett Johanson bieten. Was mich zu Punkt drei meiner akuten Panikattacke bringt:

Hilfe, ich bin langweilig!

… und zwar so langweilig, dass meine Lektorin und ich am Ende mutterseelenallein dastehen und keiner auch nur zwei Minuten anhält, um hallo zu sagen. Dass alle höflich ablehnen, sich mit mir zu unterhalten und sich lieber was angucken, was interessanter ist als ich. Wie Gras wächst zum Beispiel.

Und deshalb flehe ich euch an, ihr Leser und Leserinnen, ihr Bloggerinnen und Blogger, ihre BuchmessenbesucherInnen: Wenn ihr Lust und Zeit habt, kommt vorbei. Stellt mir Fragen, gebt mir Antworten, sagt Hallo, trinkt ein Gläschen mit mir oder fordert ein, ich solle verdammt nochmal mehr/weniger/anderes schreiben. Was immer ihr mögt, ich freue mich, wenn ich nicht alleine bleibe. Und vielleicht endlich mal den ein oder anderen persönlich kennenlerne. Das wäre wirklich toll – und alle Ängste wert.

 

12 Kommentare

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  1. miku sophie kühmel März 9, 2018 — 12:51 pm

    You rock! Das wird sicher super. Und nicht vergessen: genießen. :)

  2. Ich freu mich für dich :-) Wenn ich es schaffe, schaue ich nach meiner Fortbildung gern mal vorbei! Das wird bestimmt ein super Tag, ich bin mir sicher!

  3. Was würde es wohl für mein Image bedeuten, wenn ich (als Mann) ein derart rosafarbenes, „Frauenroman!“ kreischendes Buch kaufen würde? Sollte ich es lieber heimlich auf meinem e-Reader lesen oder doch gleich in meinem Blog davon berichten? Hm…

    Myriam, wenn ich ein signiertes Exemplar bekommen könnte, ohne nach Leipzig reisen zu müssen, würde ich dieses Wagnis wohl eingehen. :)

    • Lieber Ingo, das sollte sich machen lassen :D Schick mir doch gern deine Adresse per Mail (myriam.klatt@gmail.com), dann kümmere ich mich drum – ein paar Tage wird’s aber dauern, weil ich ja erst signieren kann, wenn ich wieder in Deutschland bin, also Anfang der Woche – aber dafür mit umso mehr Verve und Freude ;)

  4. Ein Nicht-Image ist doch auch ein Image, obwohl ich über die Piratensache wirklich nachdneken würde!! Ich wünsche dir einfach nur viel Spaß und den positiven Stress, der einen noch lächeln lässt. Ich bin leider nur am Samstag auf der Buchmesse, sonst hätte ich gerne mal Hallo oder „HarHar“ zu dir gesagt^^

  5. Hallo Myriam,

    den Messe-Termin werde ich mir also dann mal freihalten! Ich habe gerade noch deinen Buch-Trailer gesehen & der hat mir wirklich gut gefallen!

  6. Leipzig ist ja nun nicht grad am Weg für mich …aber ich hab mir in diesem Moment dein Buch bestellt. Viel Spass am Freitag!

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