Ich bin dann mal weg: Die offline-Kur

Ich mache Schluss. Also nicht für immer natürlich, da würde mir was fehlen und zwar schon sehr bald. Aber für die nächsten zwei bis drei Wochen schalte ich konsequent ab. Hier, auf meinem Blog und im Internet generell.

Der Weg ist das Ziel

Diese Pause vorgenommen habe ich mir schon oft, nur angefangen habe ich sie nie. Jetzt aber, weit weg von allem und mit einer langen Dschungelreise vor der Brust, scheint der perfekte Moment gekommen, das Internet abzuschalten und das Handy zur Seite zu legen.

Dabei bin ich so gesehen nicht einmal besonders Social-Media-süchtig: Instagram vernachlässige ich (nach einer ausgedehnten Hochphase Anfang des Jahres) nahezu sträflich, Facebook rufe ich ohnehin nur alle Jubeljahre mal auf und YouTube war noch nie ein gewinnbringendes Surfziel für mich. Trotzdem verbringe ich viel Zeit in der Online-Welt, hier zum Beispiel oder auf anderen Lieblingsseiten. Und obschon ich das sehr genieße und zu meinen großen Freizeitfreuden zähle, möchte ich gerne mal Pause machen. Davon erhoffe ich mir das, was sich wohl alle davon erhoffen.

  1. Ausgeglichenheit. Sich auf sich selbst zu besinnen ist eine hohe Kunst, eine die umso leichter wird, je weniger von ihr ablenken kann. Ein Minimalismus der Außenwelt als Hilfe zum Maximalismus der Innenwelt sozusagen.
  2. Inspiration. Unbeeinflusst von anderen Gedanken können meine sich vielleicht in neue, ungekannte Höhen und Tiefen schwingen. Ideen können in Ruhe reifen, zwischendurch schimmeln und dann ganz neue Organismen hervorbringen ohne den Druck, gleich druckreif sein zu müssen.
  3. Gelassenheit. Leider hat man schnell den Eindruck, man könne ohne nicht leben: Ohne Blog-Artikel, ohne Austausch, ja auch ohne die Bestätigung die beides bringen kann. Eine gewisse Verlustangst begleitet jede Stille, die man sich gönnt. Wird man mich noch mögen, wenn ich stumm bin? Eigentlich denke ich: Ja, natürlich! Ich umgekehrt verstoße ja auch niemanden, nur weil er mal seine Ruhe haben will. Aber leichter wird es vielleicht, wenn man nicht nur ahnt, sondern wirklich weiß, dass es so ist.
  4. Wiedersehensfreude. Viele Dinge werden noch besser, wenn man sie eine Zeitlang entbehren musste. Man weiß manches erst richtig zu wertschätzen, wenn man es verliert und wiedergewinnt. Vielleicht geht es mir mit dem Internet genauso. Ich hätte nichts dagegen, denn Spaß und Freude kann man nie genug haben im Leben.

Ersatzbeschäftigungen sind Nebensache

Statt also zu lesen, zu schreiben, zu kommentieren und zu grübeln, werde ich mich um Dinge kümmern, die mir ebenso viel Freude machen, die ich aber oft vernachlässige: Fotografieren zum Beispiel und, das ist noch wichtiger: Einfach nur da sein. Einfach nur da sein ist keine leichte Übung, sie erfordert viel Konzentration und Überzeugung. Nun habe ich ja das Glück, in einer mir neuen, sich stetig ändernden Umgebung zu sein, weshalb es für mich leichter sein wird als zu Hause, staunend herumzustehen und zu -gehen und nicht viel mehr zu tun, als alles um mich herum auf- und wahrzunehmen.

Leicht wird das übrigens nicht für mich. Wer hier öfter meine Ergüsse liest weiß, dass ich ziemlich schnell Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen habe. Gut möglich, dass auch meine offline-Zeit davon geprägt sein wird. Vielleicht aber auch nicht, denn der erste Schritt fällt mir erstaunlich leicht. Ich höre jetzt auf. Ohne guten Schlusssatz und mit halb soviel Worten wie sonst.

Ich bin sicher, ihr werdet mir verzeihen.

6 Kommentare

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  1. Das finde ich richtig gut! Ich denke eine Pause vom Onlineleben täte jedem ab und an gut.

    Ich habe das auch schon gemacht und davon sehr profitiert, mehr Zeit für die Natur und auch fürs Fotografieren, für’s Schreiben ohne zu veröffentlichen und für Freunde und den Partner.

    Ich wünsche dir eine gute „Abschalt-und Offlinezeit“, erhole dich gut, nimm dir genug Zeit zum Entspannen und achtsam sein,
    freue mich auf ein „wiederlesen“ – eine Offlinekur ist bestimmt ein Thema über das man viel reflektieren kann.
    LG, Sara

  2. Hoffentlich kannst du dich in der Zeit erholen und erlebst ein paar tolle Dinge in der „realen“ Welt abseits des Netzes ;)
    Ich bin mir sicher, nach so einer Kur kommt man mit ganz neuen, frischen Kraeften und Ideen zurueck. Viel Spass dir also! :)

    • Liebe Tara,

      vielen Dank dir! Ich habe in der Tat viel erlebt und die Welt so real erfahren wie lange nicht mehr … was nicht nur mit dem offline-Sein zu tun hatte, sondern auch damit, dass ich durch den tiefsten Dschungel gereist bin, weit ab von allen Touristenrouten und dabei zwischendurch mit mehr Realität konfrontiert war, als mit lieb ist (Ameisenhaufen so groß wie Häuser! Mückenplagen! Reißende Flüße!). Aber alles in allem: Jo, hat Spaß gemacht! ;)

      Liebe Grüße,
      Myriam

  3. Da wünsche ich dir eine wunderbare Offlinezeit. Und ich habe mich schon gewundert, warum ich auf FB nichts mehr von dir gelesen habe… wobei das ohnehin nicht mein favorisierter Aufenthaltsort ist. ;)

    Habe gestern allerdings auch beschlossen, dass ich meinen eh schon drastisch reduzierten Social-Media-Konsum noch weiter runterfahren muss, weil ich derzeit offenbar auf Krawall gepolt bin.^^ Auslöser war ein (natürlich auf FB geteilter) Blogpost von wegen „Ich brauche Social-Media-Detox, das ist mir alles zu viel“. Und da wurde mir mal wieder bewusst, dass vor allem die über diesen „Onlinewahn(sinn)“ wettern, die fleißig daran teilhaben. Also die, die das als Business nutzen, ihr Blog (ihr Produkt od. ihre Dienstleistung) voranbringen wollen und wirklich alle Social-Media-Kanäle fleißig mit ihrem Zeug fluten, auf dass „das Netz“ zur gigantischen Werbeschleuder verkommt. Und dann wird’s ihnen plötzlich zu viel und zu stressig und das böse Internet trägt die Schuld daran. Herr, lass Hirn vom Himmel regnen. Aufmerksamkeit ist nun mal keine Einbahnstraße. Wenn du sie haben willst, musst du sie geben… aber wem erzähle ich das. ;)

    Also, alles Liebe für dich und komm‘ gesund und erholt zurück!
    Anna
    (Sabine)

    • Liebste Anna-Sabine (oder lieber Sabine-Anna? Oder doch nur eins von beidem? ;)),

      ich habe ziemlich früh beschlossen, dass ich hieraus kein Business machen will – aus genau solchen Gründen. Klar, das geht nicht für jeden, aber wenn der Spaß verloren geht und es nur noch um immer mehr „content“ geht (wie ich dieses Wort hasse!!), dann ist das einfach nur noch frustrierend.

      Ich hoffe sehr, dass es dir in den letzten Wochen besser ergangen ist und du nach einer Phase der Zurückhaltung mit Spaß und Gelassenheit zurück ins wilde Online-Leben kommen kannst!

      Fühl dich gedrückt,
      deine
      Myriam

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