Mein neues bestes Jahr

Hier in Südamerika fehlen mir leider gewisse Marker, die sonst anzeigen, dass das Jahr sich langsam neigt; fallende Temperaturen, ein steigendes Angebot an Käse-Fondues und natürlich die allgegenwärtige Frage: Was machst du eigentlich an Silvester? Dennoch komme auch ich in vorbildliche Vorsatz-Stimmung, nicht zuletzt, weil das Thema im Internet allgegenwärtig ist und auch ich gern mitmachen will beim großen Geloben.

Lebensvorsätze

  • Mehr Selbstvertrauen: Der Klassiker und nicht umsonst ganz oben auf meiner Liste. Denn da ich im kommenden Jahr mein erstes Buch veröffentliche, mein nächstes schreibe und zum zweiten Mal die Redaktion eines wunderbaren TV-Formats leite, habe ich mir nicht nur das Recht auf ein bisschen Stolz erarbeitet, sondern auch die Pflicht. Wenn ich mich weiter selbst ständig für jeden kleinen Fehler fertig mache, dann komme ich ja gar nicht dazu, all die tollen Dinge zu genießen, an denen ich dankenswerter Weise kreativ teilnehmen kann.
  • Neues lernen: Auf meiner Reise habe ich einiges für mich Neues ausprobiert und dabei vieles entdeckt, was ich wirklich toll finde, zum Beispiel das Klettern und Bouldern. Nun wäre es schön, wenn das nicht einmalige Ausnahme-Erlebnisse blieben, sondern Aktivitäten, die ich in mein alltägliches Leben integrieren kann.
  • Besser Kontakt halten: Ich bin leider eine grauenvolle Freundin; ich bin so gut wie nie auf Facebook, lese meine SMS nur unregelmäßig und komme selten darauf, einfach anzurufen. Diese latente Unaufmerksamkeit ist ein nerviger Charakterzug, den ich zu mildern gelobe.
  • Öfter mal weg: Bevor ich diese große Reise angetreten habe, habe ich fast pausenlos gearbeitet und zwar monate-, ja nahezu jahrelang. Am Ende stand ich kurz vor dem inneren Exitus und hatte soviel Energie wie eine ausgesaugte Zitrone. Das möchte ich im nächsten Jahr tunlichst vermeiden, weshalb ich versuchen werde, regelmäßig einfach mal Urlaub zu machen.

Schreibvorsätze

  • Mehr Kurzgeschichten: Man kann sie mögen oder auch nicht, aber mir haben sie schon immer geholfen, mich schreibtechnisch zu entwickeln. Leider habe ich in den letzen Monaten den Stift nicht ein einziges Mal zum kurzen Text angesetzt – das soll sich wieder ändern.
  • Weniger Ausreden: Auch ich finde gern und oft gute Gründe, warum ich dieses oder jenes jetzt gerade nicht schreiben kann, was über die Zeit viele Ideen ihr Leben gekostet hat. Da ich nur ungern morde, muss ich wohl oder übel was dagegen tun, dass die Faulheit so oft die Oberhand gewinnt.
  • Sachtexte veröffentlichen: Als ich noch ein junger Hüpfer war, träumte ich von meiner eigenen Kolumne in der Brigitte (das war halt das, was meine Mutter damals las) und auch wenn der Magazingeschmack sich mit den Jahren verändert hat, denke ich immer wieder mal, wie schön es wäre, wenn man sich auch solchen Werken widmen könnte. Als Journalisten-Autorinnen-Mischling dürfte es schließlich nicht vollkommen unmöglich sein, wenigstens bei irgendeinem obskuren Blättchen mal einen Artikel zu veröffentlichen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, an wen ich mich da wenden kann.
  • Mehr Austausch: Gut, da geht es jetzt nur indirekt ums Schreiben selber, aber es trägt zum Schreiben bei; der Wortwechsel und die Kooperation mit anderen Schreiberlingen, sei es online oder im echten Leben – ich wollte zum Beispiel schon immer mal ein Literaturmagazin für Unterhaltungstexte gründen. Dafür werde ich wohl kaum die Zeit haben, aber ich wollte das schon immer mal erwähnt haben und hier scheint mir eine gute Stelle.

Lesevorsätze

  • Bessere Buchhaltung: Immer wenn ich anderer Leute Listen sehe, bedauere ich zutiefst, dass ich selbst nicht nachhalte, was ich eigentlich wann so lese. Ob selbiges nun wirklich einen Erkenntnisgewinn bringt, sei mal dahin gestellt, aber einen gewissen Stolz wird man wohl doch empfinden, wenn man am Ende des Jahres schwarz auf weiß nachvollziehen kann, welche Bücher man verschlungen hat.
  • Mehr Abwechslung: Wie die meisten Leser habe auch ich Bücher, die ich bevorzugt in die Hand nehme und Romane, die ich aus Prinzip nicht anfasse. Das ist schade, denn so entgeht mir sicher manch unerwartete Freude und unflexibel werde ich auch, gar nicht gut als Autorin. Darum gelobe ich, im kommenden Jahr pro Monat mindestens ein Werk zu lesen, das mich erstmal nicht locken würde. Mama, das ist DIE Gelegenheit, mir deine Parallele-Zeiten-Romane aufzudrücken!
  • Mehr Reden: Ich diskutiere viel zu wenig über das, was ich so lese und das finde ich schade, weil ich ja eigentlich ziemlich gerne rede. Gut zu wissen, dass das im Zweifel auch fantastisch im Internet geht.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: