Das Buch zum Sonntag: NeuroTribes

Neuro

Steve Silbermann, NeuroTribes: The legacy of Autism and how to think smarter about people who think differently


Worum geht es?

Autismus: Die komplexe Historie (Fälle, Forschung, Akteure) und die Menschen, die sie geprägt haben und weiter formen. Der Versuch, eine Kette zwischen Vergangenheit und Zukunft zu knüpfen. Steve Silbermans hochspannende Erzählung davon, wie aus Menschen mit Autismus in einem langen Kampf Autisten wurden; weg von einer Schreckens-Diagnose mit Irrsinns-Beiklang hin zu einem Begriff für Menschen, die schlichtweg in anderen Mustern denken.


Wie war es?

TOLL: Fesselnd. Detailliert. Ergreifend. Relativ fremdwortfrei, absolut warmherzig. Nie von Außen und oben herab, sondern immer von Innen und auf Augenhöhe erzählt. Genau auf der dünnen Linie zwischen populärer und wissenschaftlicher Schreibe. Anregend. Schnell verschlungen, weil unendlich gute Cliffhanger – in einem Sachbuch, das muss man auch erst einmal schaffen.

WENIGER TOLL: Viele, viele Namen, bei denen ich bisweilen beinahe durcheinander kam. Bisher nur auf Englisch erschienen.


Was hat’s gebracht?

Eine neues Verhältnis zu Strohhalmen, vor allem denen von Starbucks. Eine erfrischte Offenheit für fremde Denkweisen. Und den besten Begriff für mein eigenes Gehirn, den ich je gehört habe: Neurotypisch.


Und sonst so?

Temple Grandin, sicherlich eine der bekanntesten Autistinnen auf der Welt, hat mehrere Bücher zum Thema geschrieben. Außerdem gibt es einen sehr schönen Film von HBO mit Claire Danes als Temple Grandin.

Ein interessantes Interview mit Silberman bei meinem Lieblingspodcast Harmontown – so bin ich überhaupt erst auf das Buch gekommen. Hört hier:


Fazit (Nicht unbedingt nur zum Buch)

Fünf von fünf Strohhalmen. Oder so ähnlich.  Ich weiß noch nicht, inwieweit ich hier wirklich ein handfestes Bewertungssystem einführen will. Auf jeden Fall möchte ich ab jetzt gern immer sonntags über ein Buch schreiben, weil das ja einfach niemand sonst macht im Internet. Oder vielleicht auch nur, damit ich mit all meinen Leseerfahrungen nicht so allein bin und jeder mitreden/lesen kann, der will. Neurodiverses Denken forever!

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