Es war einmal der Tod

Myriam Wald_Fotor

Bisher habe ich mir noch nicht allzu viele Gedanken über meinen Tod gemacht und ich hoffe auch, dass es bis dahin noch eine Weile dauert (bis zum ernsthaften Nachdenken und bis zur Sache selbst). Doch neuerdings beschäftigt mich zumindest das „danach“ recht intensiv. Nein, nicht das esoterisch-philosophisch-religiöse, sondern das weltlich-praktische. Ich habe nämlich meinen Traum-Friedhof entdeckt.

Nun wusste ich bisher nicht einmal, dass es so etwas überhaupt geben könnte, im Grunde war ich nämlich immer eher der Typ Mir doch egal, wo ihr mich später verscharrt. Doch seit ich neulich zu Recherchezwecken auf den Südwestfriedhof nach Stahnsdorf gefahren bin (okay, mich hab fahren lassen), bin ich geradezu scharf darauf, dort unter der Erde zu liegen. Also erst dann, wenn es soweit ist natürlich. Aber vom richtigen Zeitpunkt mal ganz abgesehen: Der Grund und Boden dort hat wenig von einem Friedhof und dafür ganz, ganz viel von einem Märchenwald. Die postmortale Ewigkeit im Stil einer Prinzessin Fantaghiró sozusagen.

moosweg

Interessanterweise bietet der Waldfriedhof neben der langweiligen Standard-Reservierung eine weitere entzückende Möglichkeiten an eine eigene Ruhestätte zu kommen, nämlich über so genannte Grabpatenschaften. Das ist ziemlich genau das, wonach es klingt; man macht Geld für ein Grab ohne Angehörige locker und bekommt dafür später selbst mal ein exklusives Prestige-Plätzchen unter Pappeln. Wie exklusiv, das entscheidet, genau wie vorher im Leben, die Höhe des Investments.

Das fängt bei ein paar hundert Euro an, aber wer später mal ein hübsches kleines Mausoleum beziehen will, der sollte schon was Sechsstelliges raustun. So viel Kohle habe ich persönlich jetzt nicht rumliegen, aber ich will ja auch gar nicht in irgendwelchen Marmorklötzen versenkt werden, im Gegenteil. Das, was ich hier so schön finde ist ja gerade die Landschaft: Wenn schon im Leben immer ein Stadtkind, dann doch zumindest nach dem Tod ein Plätzchen in der wilden Natur.

Grabstein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: