Jetzt auch auf Englisch – und woanders!

Danke an Stephen Colbert für den wichtigen Sticker.
Danke an Stephen Colbert für den wichtigen Sticker.

Das wichtigste zuerst: Hier, bei den Kollegen von Pyragraph, findet ihr meinen ersten englischsprachigen Artikel Don’t Just Write What You Know, Write What You LoveBitte gerne rüberwandern und lesen!

Stellt sich allerdings noch die Frage: Warum überhaupt in einer anderen Sprache schreiben? Tatsächlich gibt es dafür einen ganzen Haufen guter Gründe:

1. Liebe

Was ein gutes Mordmotiv ist, taugt auch als Antrieb zum Schreiben hervorragend. Und ich muss ehrlich sagen: Ich liebe die englische Sprache. Sie bietet ganz andere Formen, Wandlungen und Ausdrucksmöglichkeiten. Ein bisschen steckt aber auch Gewohnheit dahinter: Mein erste (freiwillige) Englischlektüre war Bram Stokers „Dracula“. Nachdem man die ersten paar Seiten ständig nachschlägt, was blutig, bleich und finster heißt, kommt man eigentlich ganz gut ohne Lexikon zurecht. Derart motiviert las ich denn auch bald fast nur noch auf Englisch. Später dann war ich ein halbes Jahr als Au Pair in den Niederlanden, wo im Fernsehen bekanntlich nix synchronisiert wird. Seitdem, also seit gut 12 Jahren, habe ich im Grunde jeden Film und jede Serie aus dem englischsprachigen Raum im Original gesehen. Auch 70 % aller Online-Artikel und Blogs die ich lese, sind in Englisch. Genauso 95% der Podcasts die ich höre. Kurzum: Obwohl ich geographisch ganz woanders bin, ist ein großer Teil meiner Lebenswirklichkeit nicht heimisch, sondern amerikanisch.

2. Lust

Ich mag das Neue. Das Neue ist aufregend und manchmal riskant und immer irgendwie spannend. Dass man sich ausprobieren und erfahren kann, unterschiedlichste Facetten bespielen und immer, immer wieder Unerforschtes an sich selbst entdecken kann, das ist ein großes Geschenk der kreativen Arbeit. Und was wäre für eine Schriftstellerin eine interessantere Herausforderung als das Werkzeug zu wechseln?

3. Durchlässigkeit

Liegt eigentlich nicht auf dem Balkon.
Liegt eigentlich nicht auf dem Balkon.

Kommen wir zu den eher nüchternen Argumenten. Da wäre zum Beispiel folgendes: Englischsprachige Magazine machen es dir oft leichter. Das gilt nicht nur für informative Seiten, sondern auch für literarische Publikationen. Während man sich bei uns nicht selten erst durch vier bis acht Unterpunkte klicken muss, um überhaupt herauszufinden ob und wie man Artikel anbieten kann, ist bei den meisten Magazinen aus dem englischsprachigen Raum nicht nur ein gut erkennbarer Button auf der Startseite, auch die Tonalität ist eine ganz andere. More often than not wird man nahezu ermutigt, es doch bitte gerne zu versuchen. Das finde ich extrem toll, denn selbst wenn da am Ende nichts bei rauskommt, fühle ich mich dennoch nicht, als wäre mein Artikel-Angebot etwas, worüber der Empfänger genervt die Augen rollt.

4. Reichweite

Nicht, dass es mir unsagbar wichtig wäre, von unglaublich vielen Menschen gelesen zu werden. Ja, ich freue mich über jeden, dem meine Worte Lust machen. Ja, ich fühle mich natürlich geschmeichelt wenn Leute meine Artikel kommentieren oder mir eine Nachricht schreiben, die sich auf meinen Blog bezieht. Und ja, da ist auch ein bisschen Eitelkeit dabei. Aber ich war noch nie vom Typus ‚höher, schneller, weiter‘. Es geht nicht nur darum, möglichst viel zu haben. Auch wenig kann wertvoll sein.

Was ich aber schön finde daran, dass ich jetzt Schritte in einen neuen Sprachraum mache, ist die Tatsache, dass dadurch auch diejenigen, die meine Muttersprache nicht beherrschen, ein bisschen was von dem mitbekommen können, was ich eigentlich so treibe. Aproporos: Danke an Brad von Red Mesa, der so nett war die kleinen Unsauberkeiten in meinen Erstversuchen auszubügeln. Hört mal rein, ist schöne Musik mitten aus der Wüste!

Bleibt wohl nur noch eins zu sagen:

IMG_6028_Fotor

2 Kommentare

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  1. In Englisch zu schreiben, eröffnet auch nochmal einen neuen Blick auf die eigenen Gedanken. 👍🏻

  2. Hallo Myriam, erst mal herzlichen Dank, dass Du meinem Web-Magazin sl4lifestyle folgst. Ich freue mich sehr. Ich schreibe viel und gerne auf Englisch, auch wenn es dann nicht perfekt ist. Da ist ja auch immer ein wenig Charme dabei. Gerne schicke ich Dir das Buch, wenn Du magst, schreib mir einfach Deine Adresse an sl@sabine-ludwig.com
    Ich mache das sehr gerne. Du kannst mir dann gerne erzählen, wie es Dir gefallen hat.
    LG
    Sabine

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