Wann ist genug genug?

Blog-Berichterstattungs-Bebilderung. Live und in Farbe.
Blog-Berichterstattungs-Bebilderung. Live und in Farbe.

Ich mag Sachen, die mit S anfangen. Ich hätte zum Beispiel gern den ganzen Tag Sex und Schokolade. Dass das leider nicht geht, liegt aber nicht nur an mangelndem Durchhaltevermögen oder dauernden Figurbefindlichkeiten, sondern auch an einem anderen S-Wort: Schreiben.

Die Liste der Projekte ist erschreckend lang: Da ist der Blog, da ist mein erstes Buch, da sind spannende Wettbewerbe, eingeforderte oder erhoffte Artikel, da ist ein Drehbuch, das überarbeitet werden müsste und in jedem kleinen Herzens- und Hirnwinkel lauert schon die nächste Idee, die verschriftlicht werden will. Mal ganz abgesehen von E-Mails, Bewerbungen, Facebook-Kommentaren und Einkaufslisten. Ein riesiger, wuseliger Haufen, nahezu bedrohlich und erschreckend wenig übersichtlich.

Das macht eine Menge Probleme, angefangen mit den leidigen Prioritäten. Was ist das wichtigste: Das, was man am liebsten machen möchte? Das was irgendwie drängt oder sich so anfühlt als ob? Das was Geld bringt? Das was Freude macht? Und wie lange soll ich an dem feilen, für das ich mich entscheide? Muss alles so perfekt wie möglich sein? Ist manches nicht vielleicht sogar besser, wenn es roh und ungeschliffen bleibt? Und wann bekomme ich eigentlich endlich Sex und Schokolade?

Aber die Frage, die von allen am schwierigsten zu beantworten ist, ist die des Titels: Wann ist genug genug? Es stimmt sicher, dass man als Autor jeden Tag schreiben sollte. Anders wird es nie was und Übung macht bekanntlich den Meister. Daran halte ich mich auch, seit Jahren schon. Das Ganze hat nur einen Haken: Wenn ich nicht aufpasse, dann habe ich jede Minute, die ich nicht an meinem Laptop sitze, ein schlechtes Gewissen.

Ich bin mir sicher, das ist ungesund. Mal abgesehen von der furchtbar schlechten Laune, der Angespanntheit und dem schlechten Schlaf ist dieses dauerhafte Schuldbewusstsein auch nicht unbedingt sozialkontaktförderlich. Ja, es tut gut zu wissen, wer man sein will. Aber wie bei allem darf man es auch hierbei nicht übertreiben. Sonst ist man am Ende allein und das ist ja nun auch nicht Sinn der Sache. Außerdem gehen einem ziemlich schnell die Geschichten aus, wenn man nur am Schreib- oder Balkontisch hockt.

In diesem Sinne: Genug geschrieben. Fassbender und Rausch wartet.

2 Kommentare

Gib deinen ab →

  1. kommt mir bekannt vor, das problem. mal 2 tage nicht am schreibtisch sitzen? krieg ich direkt plaque am kopp.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: