Alle Macht den Öhrchen!

CATDUO2

Es gibt Leute, die sind von Natur aus selbstbewusst. Diese faszinierenden Exemplare des Menschengeschlechts scheren sich recht wenig darum, wie sie in den Augen Dritter wirken und verhalten sich dementsprechend frei Schnauze und nach Laune, eine überraschend häufig sehr sympathische Eigenschaft. Ich gehöre leider nicht zu diesen Menschen. Das heißt, ich gehörte nicht dazu. Bis, ja bis ich die Öhrchen entdeckte.

Auf das lauschige Geheimnis stieß ich im Irlandurlaub und zwar als meine wunderbare Reisegefährtin sich am Flughafen von Shannon ganz lässig ihre schwarz-weißen Katzenöhrchen aus Pailletten aufsetzte, einziger Kommentar: „Das mache ich immer so.“ Ich war neugierig und auch ein bisschen neidisch und erstand kurzum in einem kleinen Laden in Killarney meine höchsteigenen flauschigen Katzenohren, in schwarz und aus Plüsch. Es waren gut investierte 3 Euro 50. Zu sagen, die Öhrchen hätten mein Leben verändert, wäre wohl ein wenig übertrieben. Aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass sie es verbessert haben und zwar aus folgenden Gründen:

1. Es ist es unsagbar befreiend, mit Öhrchen durch den Supermarkt zu schlendern oder am Cafétisch zu sitzen, schlichtweg, weil man damit von vorneherein schon so eigenartig ist, dass man sich nun auch wirklich keine Gedanken mehr darum machen muss, wie man ansonsten so rüberkommt. Die Botschaft ist so klar und deutlich als trüge man sie auf den Lippen statt vermittels der Ohren: „Ich bin seltsam. Was soll’s.“

2.  Die tierischen Lauscher erleichtern selbst im ohnehin schon aufgeschlossenen Berlin die spontane Kontaktaufnahme, was immer wieder zu unerwartet kurzweiligen Dialogen zwischen U-Bahnstationen oder an der Kasse führt. Klar, der ein oder andere dumme Spruch ist auch mal dabei, aber das ist ja gerade das schöne daran, dass es einem nichts ausmacht, für etwas verspottet zu werden, von dem man selbst weiß, dass es irgendwie ein bisschen albern ist. Zumal die meisten Leute die Öhrchen ziemlich gut finden.

3. Mit Ohren auf dem Kopf kann man unmöglich schlechte Laune haben. Es geht einfach nicht. Deshalb nutzt man die gewonnene Freiheit dann auch weniger dafür, sich mal ordentlich daneben zu benehmen, denn mehr für ein fröhliches Miteinander. Man wird ganz automatisch ziemlich lustig, dynamisch und positiv.

Mittlerweile bin ich stolze Besitzerin einer regelrechten Öhrchenparade, trage allerdings immer noch am Liebsten meine irischen Originale. Wenn man ganz ehrlich ist, dann sind nicht besonders schön, es ist getrockneter Kleber dran und das eine Ohr knickt immer ab. Sie sind wirklich alles andere als perfekt, aber sie machen mich glücklich. Nicht immer, ist ja klar. Denn natürlich ist nicht jeder Tag Öhrchentag. Aber jeder Öhrchentag ist ein guter Tag.

3 Kommentare

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  1. Das ist ja toll! Wo gibts denn solche Katzenohren? Weiß allerdings nicht wie die Leute in München auf sowas reagieren würden….

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