5 (bis 10) Popkultur-Podcasts

Kurz die Basics: Podcasts sind das coolere Radio und das bessere Fernsehen. Leute kommen zusammen und reden, meistens – aber nicht immer – zu einem sendungsübgreifenden Thema. Das kann eng oder allgemein gefasst oder auch nur ein Vorwand sein. Es gibt natürlich auch Hörspielartiges, Improvisiertes, Künstlerisches… aber sehr, sehr, sehr viele Podcasts machen ihren Nachteil zum Vorteil: Es geht vornehmlich ums Reden.  Ich abonniere die meinen schlicht über ITunes, mir reicht das (lies: ich war bisher zu faul mich damit auseinanderzusetzen, was sonst noch so im Angebot ist). Aber natürlich gibt es eine Menge Alternativen.

Collage Eins

Kleine Anmerkung am Rande: Das meiste, was ich höre, ist auf Englisch. In Vorbereitung dieses Eintrags habe ich versucht, auch deutsche Podcasts zu hören. Ich will ehrlich sein: Das war eine ziemlich schmerzhafte Erfahrung. Die Unwissenheit über Podcasts erscheint sich nicht nur auf potentielle Hörer zu erstrecken, sondern auch auf Macher. Aber ich gebe nicht auf: Ich bin sicher, es gibt einige Perlen da draußen, die ich noch nicht erschnüffelt habe. Bis dahin ist leider erstmal alles auf Englisch. 


1. The Nerdist

Nerdist…ist so ein bisschen die Standard-Wissens-Grundlage für ernsthafte Popkultur-Konsumisten mit Schwäche für Personenkult. Oder so ähnlich. Chris Hardwick interviewt jedenfalls so ziemlich jeden, der in Film, TV und Literatur irgendwie von Bedeutung ist, von internationale Größen wie Sir Patrick Stewart, George R.R. Martin, Paul McCartney und Tom Cruise über nicht ganz so bekannte – aber nicht weniger geniale –  Juwele wie Greg Proops, Bob Odenkrik oder Neil DeGrasse Tyson bis hin zu ganzen Belegschaften wie den Mythbusters oder dem Cast von Big Bang Theory. Immer spannend, fast immer witzig und grundsätzlich bereichernd. Mindestens auf neumodisch-oberflächliche Art, manchmal aber auch für das ganze Leben.

Für wen?

Bingewatcher, Starfucker, Besserwisser. Menschen, die sich für Menschen interessieren oder gern so tun, als ob.

Wie einsteigen?

Mit den Lieblingsleuten. Genug Auswahl gibt es auf jeden Fall und die Reihenfolge ist dabei eigentlich ziemlich egal.

Und sonst so?

Wer sich (wie ich) eher für die Hintermänner (und -frauen) interessiert, bzw. schlichtweg die schreibende Zunft, dem sei Nerdist Writers Panel empfohlen; hier kommen in erster Linie Showrunner, Comiczeichner, Autoren und Drehbuchschreiber zu Wort.


2. The Serial

…ist zwar jetztSerial eigentlich durch, aber hierzulande auch kein Thema gewesen, insofern also immer noch zu empfehlen. In den Staaten war die This-American-Life-Produktion von Oktober bis Dezember DER Hit schlechthin und ich sage mal so: Verdientermaßen. Journalistin Sarah Koenig rollt einen (realen) Fall aus dem Jahr 1999 auf und stellt die Frage, ob der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin im Gefängnis sitzende Adnan Sayed wirklich schuldig ist oder nicht. Wir begleiten 12 Folgen lang ihre monatelange Recherche, werden hierhin und dorthin geführt und dann wieder zurück, hören Zeugenaussagen, Gerichtsmitschnitte, Telefonate… und hängen an jedem Wort. Unsagbar spannend, ehrlich aufwühlend und ein Paradestück über investigativen Journalismus.

Für wen?

Journalistenkollegen, CSI-Gucker, Rätselrater.

Wie einsteigen?

Unbedingt bei Folge Eins: The Alibi! The Serial ist – wie der Name schon andeutet – seriell aufgebaut. Wer alles will, der muss von vorne.

Und sonst so?

Wem das nicht reicht, der hat ja immer noch das Serial Spoiler Special von Slate.com oder Serial Serial von avclub.com. Richtig: Podcasts über einen Podcast. Vor allem der Erste liefert dabei interessante Hintergründe.


3. The X-Files Files

XfliesSchauspieler und Comedian Kumail Nanjiani spricht mit verschiedenen Gästen über je zwei Folgen der Kultserie Akte X, kindliche Begeisterung und erhellende Erkenntnisse inklusive. Manchmal verirrt sich auch einer der Macher zum Schwätzchen und dann gibt’s Hintergrundgeschichten, Gerüchte und amüsante Stories für die ich mit 14 getötet hätte. Schließlich war Fox Mulder meine zweite große Liebe (nach Mr. Spock) und Dana Scully (nach Darlene Connor) mein großes Vorbild.

Für wen?

X-Philes und solche die es werden wollen. Und das sollte verdammt nochmal jeder sein! :-) Die Serie funktioniert nämlich selbst nach 20 Jahren noch großartig und hat nicht zuletzt einige der besten Showrunner überhaupt hervorgebracht – unter anderem Vince Gilligan.

Wie einsteigen?

Um auf den Geschmack zu kommen: Mit der Lieblingsfolge. Solange sie in Season 1 oder 2 ist, dort sind wir nämlich momentan.

Und sonst?

Wer den Gastgeber mag, der siehe mein P.S., dort brilliert er nämlich regelmäßig. Außerdem macht er noch einen Podcast über (hauptsächlich, aber nicht nur) Computerspiele, The Indoor Kids. Und natürlich Silicon Valley.


 4. The Bugle

bugle

John Oliver (Last Week Tonight, großartig, genial, gelobt) und Andy Zaltzmann bereden transatlantisch die jüngsten Ereignisse der Weltgeschichte – oder was immer sonst ihnen in den Sinn kommt. In eigenen Worten: Audio Newspaper for a Visual World. Also genau das, was eigentlich nie gefehlt hat und genau deshalb sein muss.

Für wen?

Stephen-Colbert-Daily-Show-News-Satire-Fans. Leute, die nicht genug von britischen Akzenten bekommen. Charmante Zyniker.

Wie einsteigen?

Bugle 281 – One star review sagt eigentlich alles, was man wissen muss, um zu wissen, ob man mehr wissen will.


5. Stuff you should knowstuff

Ist genau das: Zeug, das man wissen… na ja, vielleicht nicht unbedingt sollte, aber zumindest mal könnte oder sogar schon immer wollte. Hauptsächlich geht es darum wie irgendwas funktioniert, von Röntgen über Terraforming bis hin zu Zimt. Und was gibt es wichtigers, als Gewürze zu verstehen?

Für wen?

Dauerstudenten. Pedanten. Stiftung-Warentest-Leser.

Wie einsteigen?

Mal wieder: Wo und wie man will.


Fazit: Wer bis hierhin gelesen hat, der verliert auch nix, wenn er mal irgendwo reinhört – und falls ich tatsächlich irgendwen für irgendwas da oben gewinne: Sagt Bescheid! Ich würde mich freuen, wenn ich mal jemanden hätte, der die jüngste Folge mit mir durchkaut! :-)


P.S.

Meinen persönlichen Lieblingspodcast habe ich hier nicht aufgeführt. Warum? Weil er einfach sehr, sehr speziell ist (und definitiv NSFW). Erwähnen will ich ihn trotzdem, weil ich sonst nicht ruhig schlafen kann. In Harmontown spricht Showrunner Dan Harmon – unterstützt von Impro-Komiker und Comptroller Jeff Bryan Davis (not creator of Teen Wolf) – mit Freunden, Bekannten und dem Publikum über dieses und jenes, also eigentlich: Alles. Am Ende spielt die Crew Dungeons&Dragons. I’m fucking addicted.

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