Just fucking do it!

Just fucking do it!
Klassische Notizen

Eigentlich wollte ich hier ja regelmäßig schreiben, so in etwa einmal die Woche. Eigentlich. Aber dann kam – wie so oft – mein hyperaktiver Kopf dazwischen. Statt einfach fröhlich drauf los zu texten, begann ich die ganze Sache mit dem Blog zu hinterfragen: Habe ich genug Gedanken dafür? Taugen meine Gedanken überhaupt? Ist es nicht ganz schön anmaßend, mit meinen Gedanken derart hausieren zu gehen? Dieser zermürbende Zyklus des Zweifels führte dazu, dass ich regelmäßig lieber Candy Crush spielte, Game of Thrones guckte oder meinen Kleiderschrank umsortierte, als mich hinzusetzen und die Wirren meines Geistes zu veröffentlichen.

Dieselben Schwierigkeiten habe ich übrigens mit meinen fiktionalen Geschichten. Selbst wenn ich mich dann endlich aufgerafft habe, eine meiner Ideen zu Papier zu bringen, kostet es einiges an Energie, Selbstverleugnung und Überzeugungskraft von Außen, damit auch vor die Tür zu gehen. Ich habe zu viel Angst, man könnte ich mich albern finden, aufdringlich oder schlichtweg untalentiert. Das sind gefühlt erstmal eher die Probleme eines pubertären Teenagers, aber hey, ich war schon immer eher ein Spätzünder.

Dahinter steckt eine grundsätzliche Schwäche: Ich bin ziemlich schüchtern.  Das überrascht jetzt sicher einige, ist aber die Wahrheit. Ja, natürlich, ich rede gern und viel (und laut) und ich kann dabei auch durchaus offen und locker sein, aber sobald es um irgendetwas geht, was mir wirklich wichtig ist, habe ich das Selbstbewusstsein einer Kellerassel in der Nachmittagssonne. Vor allem wenn ich mich an irgendjemanden wenden soll, dessen Arbeit ich bewundere, verfalle ich in Schockstarre, selbst dann, wenn es nicht einmal darum geht mir einen Vorteil zu verschaffen.

Dabei können ganz wunderbare Dinge entstehen, wenn man all diese Unsicherheiten einfach mal zur Seite packt und schlichtweg macht statt hadert.

Jüngstes Beispiel: The Missing Scarf. The Missing Scarf ist ein zwölffach (!) preisgekrönter Kurzfilm – Tendenz steigend – und ungefähr genauso oft habe ich ihn mir auch angeschaut. Er ist nämlich einfach unglaublich großartig. Sachen, die man unglaublich großartig findet, teilt man bekanntlich gern mit Freunden, Familie und Facebook. Leider gibt es die sechs Minuten Kurzfilm-Offenbarung nur auf Englisch (gesprochen übrigens von George Takei, alias Commander Hikaru Sulu) und nicht jeder spricht Englisch. Nach einigem Nachdenken bot mein Ex-Freund/Mitbewohner/Projektpartner dem Schöpfer des Werkes also an, die deutschen Untertitel zu machen. Einen Tag später kam die Antwort: Großartig, das ist toll, ich schicke gern die DVD zum Dank. Zugegeben, das gemeinsame Übersetzen führte zu kleineren Disputen im Haushalt, aber am Ende ist es ein schönes Gefühl, zu so etwas Tollem beigetragen zu haben – selbst wenn es nur mit kleinen weißen Buchstaben ist. Und es zeigt mir, dass es sich manchmal durchaus lohnt, die eigene Schüchternheit zu überwinden.

Bleibt eigentlich nur noch eins: Der Link zum frisch untertitelten Film. Und jede Woche schreiben natürlich.

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